Sita Vellguth

 

Mein beruflicher Weg zur Logopädin begann mit der Ausbildung in der Universität Ulm unter Prof. Helge Johannsen. Ein Jahr darauf setzte ich diesen Weg im Universitätsklinikum in Heidelberg fort und bekam meine staatliche Anerkennung 1981 vom Kultusministerium Karlsruhe.

Die fünfjährige therapeutische Arbeit mit schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen am Rehabilitationszentrum Neckargemünd setzte eine entscheidende Zäsur in meinem Leben. Kinder am Rande unserer Gesellschaft haben mich gelehrt, dass die logopädische Therapie nicht nur Heilung sondern auch Erhaltung von Fähigkeiten bzw. Begleitung bis zum Ende des Lebens sein kann. Diese Arbeit fand immer in engster interdisziplinärer Kooperation mit Ärzten, Pflegepersonal, Therapeuten, Psychologen, Lehrern, Eltern und Kindern bzw. Jugendlichen statt. Das Anbahnen und Wiederherstellen von verloren gegangenen Sprach- und Sprechfunktionen sowie das Erlernen des Essens oft ganz von Anfang an, waren hier meine Hauptaufgaben.

Weitere zehn Jahre habe ich als Lehrlogopädin für Kindersprache an der Schule für Logopädie unter Dr. Victor Uttenweiler in Heidelberg Wieblingen gearbeitet. Es galt die Herausforderung an die zunehmende Profilierung und Veränderung unseres Berufes anzunehmen und diese in der Lehre zu verankern.

Um dies auch nach akademischen Grundsätzen professionell angehen zu können, begann ich 1995 das Studium der Sonderpädagogik (Ausrichtung Lern- und Sprachbehindertenpädagogik) und beendete es mit Abschluss des Grundstudiums.

1997 bekam ich das Angebot, eine logopädische Praxis in Baiertal zu übernehmen. Nach kurzem Zögern (ich liebte meine vorherige Arbeit) nahm ich das Angebot an und bin seither sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. 1999 zog ich in eine geräumigere Praxis nach Wiesloch in die Hesselgasse. Zu viele Patienten waren es inzwischen für die kleine Praxis geworden. Seither sind auch einige Logopädinnen ins Team gekommen, die mir jetzt schon lange zur Seite stehen und die therapeutische Begleitung unserer Patienten mit Herz, Kompetenz und reichlich Berufserfahrung übernehmen.

Zeitgleich mit der Übernahme der Praxis kam noch ein anderer Schwerpunkt zu meiner therapeutischen Arbeit hinzu. Meine Begeisterung für die Therapie von Lese-Rechtschreibstörungen führte dazu, dass ich computergesteuertes Therapiematerial entwarf und mit weiteren Partnern den CES Verlag gründete, um Lern- und Spielsoftware zu erstellen und erfolgreich zu vertreiben. 2003 verließ ich den Verlag mit dem Wissen, dass ich genug meiner Ideen in dieses Therapiematerial eingebracht hatte, mit dem ich heute noch effektiv arbeite.

Wie es dann so ist, wenn man das eine macht, fehlt einem das andere. Ich bekam bei aller Freude für die therapeutische Arbeit Lust, wieder in der Lehre tätig zu sein. Seit 2006 wirke ich an der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria in Bruchsal bei der Fachweiterbildung zur Spracherzieherin im Bereich der Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen mit. Hier werden ErzieherInnen für die Sprachförderung in Kindergärten fit gemacht. Auch für den Caritasverband der Erzdiözese Freiburg e.V. habe ich in Pforzheim und Heidelberg diverse Fortbildungen zur Sprachentwicklung und Sprachförderung geleitet, desgleichen bei der Fachschule für Sozialwesen für die Fachrichtung Heilpädagogen. Seit 2007 bin ich Lehrkraft für Unterricht im Fach Lese-Rechtschreibstörung an der Schule für Logopädie der Universität Heidelberg. 

Gute und nützliche Erfahrungen habe ich auch bei der Gestaltung von Elterninformationsabenden in diversen Kindergärten mit dem Thema Sprachentwicklung, Sprach- und Sprechstörungen, Stottern und Mehrsprachigkeit sammeln dürfen. 
Einige Jahre Berufsleben dürfte ich noch vor mir haben! Ich bin gespannt, was mir in dieser Zeit an Herausforderungen noch begegnen wird.

Fortbildungen der letzten fünf Jahre

  • Systemische und kurzzeittherapeutische lösungsorientierte  Ansätze in der logopädischen  Praxis,  Systema (Thomas Diez/Susanne Schmidt), Tübingen, seit 2011 (fortlaufend)
  • Schweigende Kinder pädagogisch und therapeutisch begleiten, Forum Kindersprache, Klinikum Ludwigsburg , Prof. Dr. Nitza  Katz-Bernstein,  2011
  • Wenn kleine Kinder (noch) nicht sprechen, Winterthur, Zentrum für kleine Kinder GmbH, Dr. phil. Barbara Zollinger, 2010
  • Früherfassung und Frühtherapie entwicklungsauffälliger Kinder, Winterthur, Zentrum für kleine Kinder GmbH, Dr. phil. Barbara Zollinger, 2009
  • Mehrsprachigkeit, Erwerb und Störungen, Forum Kindersprache, Klinikum Ludwigsburg, Prof. Dr. Rosemarie Tracy und Prof. Dr. Monika Rothweiler, 2009
  • Das orofaciale System, Die mehrfache Bedeutung für den Organismus, VPT-Akademie, Fellbach-Schmiden, Prof. (brasil) Nelson Annunciato, 2008
  • Konzept und Materialien zur Vorbereitung und Durchführung einer Fortbildung mit Erzieherinnen, DBL, Katrin Meyer, 2007
  • Therapeutisches Zaubern, Zaubern als Medium für die therapeutische und pädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, Institut für therapeutisches Zaubern, Freiburg im Breisgau, Annalisa Neumeyer, 2007
  • Neurofunktionelle Reorganisation, Padovan-Seminar-Organisation, Würzburg 2006/2007
  • Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung, ein Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit verzögerter Sprachentwicklung, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Heidelberg, Dipl. Psych. Anke Buschmann , 2006
  • Fallarbeit und Supervision von Therapien bei Stotternden, Grund- und Aufbaukurs, Isula, Institut für systemische und logopädische Arbeit, Mosbach, Prof. Wolfgang Wendlandt, 2005/2006